LITERATUR LIVE 2019

Hans Pleschinski

liest aus „Wiesenstein“

Di, 30. April 2019, 20:00 Uhr
Burghausen, Stadtsaalgebäude Burghausen

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Hans Pleschinski
liest aus seinem Roman „Wiesenstein“

„Er ist einer der größten Dichter, die wir haben“, sagt Hans Pleschinski in seinem hochgelobten Roman über Gerhart Hauptmann. Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Hauptmann nämlich will nirgendwo anders hin als in seine prächtige Villa „Wiesenstein“. Dort wollen sie weiterleben mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben inmitten der Barbarei. Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür?
Pleschinski erzählt erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat, von der großen Flucht, vergegenwärtigt eine Welt, die für uns verloren ist, und vom Werk Hauptmanns. Die Geschichte eines Genies und einer untergehenden Welt, ein überwältigender Roman. (C.H. Beck Verlag). Pleschinski verschweigt das problematische Verhältnis zu den Nazis nicht, die den berühmten Dichter hofierten, der sich aber nicht wirklich vereinnahmen ließ, aber auch nicht revoltierte. Andererseits hasste ihn Goebbels und seine Dramen hatten in Thüringen Aufführungsverbot.
Der Autor wuchs in Wittingen „im deutsch-deutschen Grenzland“ auf. Er studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in München. Bekannt wurde er v.a. durch seine Romane „Bildnis eines Unsichtbaren“ und „Königsallee“, in letzterem war Thomas Mann Gegenstand. Er ist seit 2015 Direktor der Abteilung Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zweimal wurde er u.a. mit dem Tukanpreis der Stadt München und dem Ernst-Hofrichter-Preis ausgezeichnet.
Der „Literaturpapst“ Denis Scheck lobte in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ : „Eine großartige Geschichte über Verblendung, Genie und die Liebe zur Literatur.“

Foto: C.H.Beck