Baumburger Kultursommer

Stefan Schimmel

I wa gern anders wia de andern

Fr, 28. Juni 2019, 20:00 Uhr
Baumburg, Baumburg

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Spagat zwischen Comedy und Kabarett
Stefan Schimmel eröffnet mit „I wa gern anders wia de andern“ den Baumburger Kultursommer 2019

Altenmarkt. Einen comedy-kabarettistischen Spagat zwischen Schwer- und Übermut bringt der Bad Reichenhaller Stefan Schimmel zum Auftakt des Baumburger Kultursommers 2019 am Freitag, 28. Juni, um 20 Uhr auf Gutshof-Bühne. „I wa gern anders wia de andern“ heißt sein Programm, mit dem er einen unverhofften Rekord aufgestellt hat: Aus dem einen geplanten Debütabend auf der Reichenhaller Kulturbühne Magazin 4 im April 2018 wurden acht Abende. Sieben ausverkaufte Zusatzvorstellungen – das hat es in der 14-jährigen Geschichte der Veranstaltungsreihe noch nicht annähernd gegeben.
„Dass Sprachklang und Stimmfarbe, Ausdruck, Mimik oder Gestik nicht ansatzweise zweidimensional emotional zu Papier gebracht werden können, nicht jene Genialität des Künstlers, ist im Fall von Stefan Schimmel höchst schade. Kurzum: Man muss ihn gesehen, live erlebt haben“, schrieb ein Kritiker über den Debütabend des Kabarettisten.
„Eine Freundin hat mich gefragt, was noch ein Lebenstraum von mir sei. Ein Programm schreiben und auf die Bühne bringen‘ war meine spontane Antwort“, erinnert sich Stefan Schimmel. Gesagt, getan. Was sein Programm ausmacht, ist der Spagat zwischen Comedy und Kabarett. Der 47-Jährige schlüpft in unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich stets am Rande von Über- und Schwermut, von „Den kenn ich!“ und „Wer ist das denn?“ bewegen. Am liebsten spürt er in verschiedensten Alltagswinkeln die Absurditäten des Lebens auf. Sogar dann, wenn er musikalisch wird und auf der Suche nach der Echo-Verleihung die Herren Maffay, Carpendale, Wecker und Grönemeyer nach dem Weg fragt – seine Parodien sind nicht Zentrum, aber doch Sahnehäubchen des Programms.
Das Besondere: Dem Reichenhaller gelingt der herausfordernde Schulterschluss von Kabarett und Entertainment. Mehr als zwei Jahrzehnte ist es her, dass er mit seinen Freunden als „Sixpäck“ auf den Bühnen der Region stand. Er hatte also lange Zeit, an einem abendfüllenden Soloprogramm zu tüfteln. Den Reichenhaller Kleinkunstpreis hätte er mit seinen Kollegen damals gern abgeräumt, doch selbst eine mehrmalige Anfrage bei der Stadt half nicht. Der Preis wurde nie eingeführt. Aber vielleicht klappt’s ja jetzt. Schimmel selbst jedenfalls ist zuversichtlich: „Meine Oma kennt das Programm – sie findet’s ganz okay.“ Stefans Oma weiß längst, was auf der Bühne gefälligst zu zünden hat: Satire, Verwandlung, tragikomische Weisheiten, das Wagnis der Musik, die Zumutung der Eigenart und vor allem die Hoffnung darauf, dass sich pünktlich so etwas wie Talent einstellt.

Wenn jemand Talent hat, dann ist es der wortgewaltige Autor und Redakteur. Wer Stefan Schimmel schon einmal bei einer Lesung aus seinem Buch „Sinnspalten“ erlebt hat und zu Recht begeistert war, der darf sich sein erstes Soloprogramm nicht entgehen lassen.

Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im ehemaligen Rossstall des historischen Gutshofs zu Baumburg statt.