Peter Henisch
LITERATUR LIVE 2019

Peter Henisch

liest aus „Siebeneinhalb Leben“

Di, 23. April 2019, 20:00 Uhr
Burghausen, Stadtsaalgebäude Burghausen

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Peter Henisch
liest aus seinem Roman „Siebeneinhalb Leben“

Hintersinniges literarisches Spiel zwischen Fakt und Fiktion: Romanfigur quält Autor

Peter Henisch hat einen klugen, einen ziemlich knackigen Roman vorgelegt, sprachlich fein gearbeitet, mal leise ironisch, dann beinahe wieder galgenhumorig frech. „Siebeneinhalb Leben“ – in dem, daher der Tite¬l, auch ein abgängiger Kater eine wichtige Rolle spielt – ist politische Literatur im besten Sinne. (jole, tt.com)
Das literarische alter ego des Autors Henisch, Paul Spielmann, schreibt gerade versonnen auf einer Parkbank sitzend an seiner Biographie, als ihn ein Mann distanzlos stört. Er stellt sich als Max Stein vor, die Figur, die in Spielmanns längst erschienenem Roman „Steins Paranoia“ als Protagonist auftaucht. Stein beschwert sich, dass seine Person im Buch verfälscht auftaucht und verlangt eine Umschreibung. Spielmann ist irritiert, verärgert und flieht.
Die sensationell ausgeklügelte Novelle spielt auf mehreren Ebenen und taucht das Verhältnis des Autors zu seinen Figuren, das Zusammenspiel zwischen Erfundenem und Erlebten und die Wirklichkeit politischer Entwicklungen vor Handlungen und Haltungen der Gesellschaft in erhellendes Licht.
Peter Henisch (*1943 in Wien) studierte Germanistik, Philosophie, Geschichte und Psychologie. Seit 1971 arbeitet er als freier Schriftsteller und ist eine fixe Größe in der österreichischen Literaturszene. Henisch beschreibt sein Selbstverständnis als „politischer Autor“ so: „Schreiben ist für mich Wahrnehmen und Interpretieren der Umgebung, dabei kann ich nicht an den politischen Zuständen vorbei gehen.“
Dass der mehrfach preisgekrönte Autor es zweimal auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis und 2016 mit „Suchbild mit Katze“ auf die Shortlist zum Österreichischen Buchpreis schaffte, ist ebenso eine Auszeichnung wie der Anton-Wildgans-Preis , der Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur und der Österreichische Kunstpreis (2015).

Foto: Willi Svoboda / Deuticke Verlag