MINNA VON BARNHELM

Sa, 02. Mai 2020, 19:30 Uhr
Eggenfelden, THEATER AN DER ROTT

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Schauspielklassiker von Gotthold Ephraim Lessing

Lessing war ein Revolutionär des deutschen Theaters, er setzte dramaturgisch und inhaltlich neue Maßstäbe und liebte es, vielschichtige und psychlogisch komplexe Charaktere auf die Bühne zu bringen. So widmete er sich vor allem weiblichen Titelfiguren, versuchte sich beim Schreiben tief in die Seele der Frau hineinzuversetzen, stellte Fragen nach dem Sinn des Menschen als geschlechtliches Wesen und setzte sich für Gleichheit und Gerechtigkeit ein. Wie kaum ein anderer schilderte er die bürgerliche Welt des 18. Jahrhunderts, die Herausforderung der Aufklärung in einer durch Kriege, große wirtschaftliche Umwälzungen, bröckelnde Standesschranken aufgerüttelten Zeit. Major von Tellheim, während des Siebenjährigen Krieges preußischer Besatzungsoffizier in Sachsen, wurde unehrenhaft aus dem Militär entlassen, weil er von den armen sächsischen Landständen nur einen Mindestbetrag an Steuern verlangte und die fehlende Summe selbst vorstreckte. Mit dieser Selbstlosigkeit gewann er die Zuneigung der sächsischen Adeligen Minna von Barnhelm; das preußische Kriegsgericht hingegen sah in Tellheims Verhalten Bestechlichkeit. Verarmt, mit einer schweren Verletzung ist Tellheim, seelisch aus dem Gleichgewicht, in einem Gasthof nahe Berlin abgestiegen. Seine Verlobte Minna ist ihm nachgereist. Doch Tellheim ist überzeugt, als Mann ohne Ehre nicht heiraten zu können. Für Minna zählt nur die Liebe und so beginnt sie ein trickreiches Spiel und besiegt ihn schließlich mit den Waffen einer Frau. „Minna von Barnhelm“ gilt nicht nur als erste deutsche Komödie, sondern als erste emanzipierte Frauenfigur im deutschsprachigen Theater, die durch ihre Eigenständigkeit, ihren unerschrockenen Mut und das Selbstbewusstsein, mit dem sie um den geliebten Mann kämpft, besticht.