Morsbach, Petra Tickets
LITERATUR LIVE 2019

Petra Morsbach

liest aus „Justizpalast“

Do, 25. April 2019, 20:00 Uhr
Burghausen, Stadtsaalgebäude Burghausen

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Petra Morsbach
liest aus ihrem Roman „Justizpalast“

Beeindruckender Roman über das Kunstwerk der Rechtsprechung und eine berührende Liebe

Heribert Prantl, selber Jurist und Chefredakteur der SZ, sagte in seiner Laudatio auf die Wilhelm-Raabe-Preisträgerin Petra Morsbach, er habe „nie einen literarischen Text gelesen, in dem über die Justiz und ihren Alltag, über ihre Protagonisten, über ihr Wesen und Walten, über Sein und Schein, Anspruch und Wirklichkeit so umfassend … und so packend geschrieben wurde.“ Dennoch benötigt man keine bierernste Grundhaltung beim Lesen. Morsbach wird oft als sehr ernste Autorin wahrgenommen, ihre Ironie wird aber häufig überlesen.
Thirza Zorniger, die Hauptfigur des Romans, stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will für Gerechtigkeit sorgen. Sie wird Richterin im Münchner Justizpalast, doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt, und auch unter Richtern geht es gelegentlich zu wie in einer chaotischen Familie. Die Autorin, die fast 10 Jahre an dem Roman gearbeitet hat, zeichnet eindrucksvolle Porträts von ehrgeizigen Anwälten, Pfauenräder schlagenden Staatsanwälten, gereizten Richtern – aber eben immer wieder auch das mit mathematischer Präzision funktionierende System. Welch hohes politisches Gut da in Gefahr ist, auch davon handelt dieser großartige Roman.

Petra Morsbach studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Slawistik. Ihr Werk wurde u.a. mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet. Für den aktuellen Roman erhielt sie den angesehenen Wilhelm-Raabe-Preis. Sie ist seit 2004 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Im Jahre 2013 erhielt sie den Bayrischen Literaturpreis (Jean-Paul-Preis) zur Würdigung des literarischen Gesamtwerks.

Foto: Bogenberger/autorenfotos.com