Schauspiel 2021/22

Ein Kuss – Antonio Ligabue

a.gon Theater

Do, 21. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Burghausen, Stadtsaalgebäude Burghausen

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EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE

Preisgekröntes Einpersonenstück von Mario Perrotta
Deutsch von Gabriela Zehnder

Dieses mitreißende Einpersonenstück erzählt vom Leben des lange verkannten, ausgegrenzten und verspotteten schweizerisch-italienischen Malers Antonio Ligabue (1899 – 1965). Statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, schuf Ligabue sein eigenes Universum aus Bildern und Plastiken. Seine Arbeiten, die ihm inzwischen in der Schweiz wie in Italien den Nimbus eines lokalen van Goghs eingebracht haben, zeugen von einer gewaltigen Kraft und Tiefe.

Der Schweizer Schauspieler Marco Michel lässt uns mit ungewöhnlichen Mitteln eintauchen in Ligabues Leben: Vor den Augen des Publikums entstehen großformatige Kohlezeichnungen von Menschen und Landschaften, mit denen er in Dialog tritt. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue eine Brücke zur Außenwelt schlagen und mit ihr kommunizieren.
 
Die Themen Ausgrenzung, Wahnsinn und Isolation werden unmittelbar erleb- und spürbar. Dies trägt zur Entstigmatisierung psychisch beeinträchtigter Menschen bei und hilft bei der Verständigung über kulturelle, religiöse und soziale Grenzen hinweg.
 
Über 50 gefeierte Vorstellungen in der Schweiz. Für Deutschland und Österreich eine Neuentdeckung. Am 7. November 2019 war EIN KUSS bei den Heidelberger Theatertagen zu sehen.
 
2018 wurde Marco Michel mit A KISS – ANTONIO LIGABUE in New York vom größten Festival für Einpersonenstücke, dem United Solo Festival, als “Best International One-Man-Show” ausgezeichnet.

Antonio Ligabue
der schweizerisch-italienische Maler kam am 18. Dezember 1899 in Zürich als uneheliches Kind einer italienischen Einwanderin zur Welt und wurde mit neun Monaten zu Pflegeeltern gegeben. Weil er früh durch sogenanntes “schwachsinniges Verhalten” aufgefallen war, kam er in ein Jugendheim und später in eine Psychiatrie. Mit 18 Jahren wurde er u.a. wegen Landstreicherei des Landes verwiesen und nach Italien deportiert. In Gualtieri, dem Heimatort seines mutmaßlichen Vaters, lebte er, der zunächst kein Wort italienisch sprach, fortan als Außenseiter und Dorftrottel.
Erst in den späten 1950er Jahren förderte ein bekannter Maler Ligabue und sein Werk – er wurde über Nacht berühmt.
Ligabue starb am 27. Mai 1965 in Gualtieri. Heute zeigen sich die Schweiz wie Italien stolz auf “ihren van Gogh”, während Antonio Ligabue in anderen Ländern noch weitgehend unbekannt ist.
Ligabues Werke werden heute z.T. für sechsstellige Summen gehandelt.

Foto: Jean Daniel von Lerber